Trading für Frauen 


Wussten Sie, dass … Frauen die besseren Trader sind?


Zu diesem Ergebnis kommt die Finanzexpertin Sandra Navidi, die die Trading-Ergebnisse von Frauen und Männern in Zusammenarbeit mit dem Online-Broker GKFX untersucht hat. Zwar investieren in Deutschland nur 15 Prozent der Frauen, aber 22 Prozent der Männer in Anlageformen wie Aktien, Derivate oder Fondsanteile. Aber das sagt ja rein gar nichts über die Qualität der Anlageentscheidungen aus. Frauen haben gleich mehrere Vorteile: Sie meiden potenziell unkalkulierbare Risiken und gehen deshalb selten riskante Trades ein. Und auf der anderen Seite sind sie geduldiger als Männer. Gute Voraussetzungen also für erfolgreiches Trading, denn Geduld zahlt sich bekanntlich aus – auch bei der Geldanlage. Bereits im vergangenen Jahr hatte der US-amerikanischen Finanzdienstleister Fidelity herausgefunden, dass seine weiblichen Kunden im Schnitt 0,4 Prozent bzw. 40 Basispunkte mehr Rendite erwirtschaften, als die männlichen Kunden. „Männer werden in der Finanzwelt oft als kompetenter wahrgenommen, was an ganz unbewussten psychologischen Mechanismen liege und nicht zuletzt in einem immer noch patriarchalisch geprägten Gesellschaftsbild begründet ist“, weiß Navidi. „Forschungen belegen (jedoch), dass Frauen Risiken umsichtig verwalten, langfristig denken, relativ unvoreingenommene Entscheidungen treffen und letztendlich häufig eine höhere Kapitalrendite erzielen.“


Laut einer Studie des „Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung“ (ZEW), die in diesem Jahr veröffentlicht wurde, nehmen 15 Prozent der Frauen in Deutschland am Kapitalmarkt teil. Konkret heißt dies: sie investieren in Anlageformen, wie beispielsweise Derivate, Fondsanteile oder börsennotierte Aktien. Von den Männern in Deutschland sind hingegen 22 Prozent am Kapitalmarkt aktiv beteiligt.


Es gibt verschiedene Gründe, weswegen Frauen erfolgreicher traden. „Einerseits meiden sie unkalkulierbare Risiken und gehen selten riskante Trades ein. Andererseits sind sie geduldig“, analysiert der Experte von GKFX. Geduld zahlt sich bekanntlich aus. Auch der Starinvestor Warren Buffet gehört zu der „Buy and Hold“-Fraktion. „Eigenschaften wie Beharrlichkeit und Nervenstärke sind in der Finanzwelt eher bei Frauen zu finden“, ergänzt er. Und die Gründe, warum es weniger weibliche Trader gibt? „Sind sie zu feminin, werden sie nicht ernst genommen. Machen sie sich zu sehr männliche Verhaltensweisen, wie beispielsweise Durchsetzungsfähigkeit oder bestimmtes Auftreten, zu Eigen, wird das häufig negativ wahrgenommen. Frauen werden zudem nachweislich aufgrund von tatsächlicher Leistung befördert, während dies bei Männern bereits aufgrund ihres Potenzials erfolgt“, zitiert Navidi aus ihrem Buch.

Trading interessant machen

„Viele Schulen bieten bereits im Zuge des Unterrichts Börsenspiele an. Das ist schon mal ein richtiger Schritt“, erklärt Materla in Bezug auf Lösungsansätze, wie Trading Frauen nähergebracht werden kann. Er fügt aber hinzu, dass dies nicht reiche. Es müsse ausgebaut werden. „Um erfolgreich zu traden, bedarf es eines strikten Risiko-managements. Und vielleicht sind genau dabei Frauen ihren männlichen Kollegen überlegen.“, erläutert Materla. Und Navidi ergänzt: „Obwohl Frauen als Portfoliomanager konstant wettbewerbsfähige Ergebnisse erzielt haben, gehören sie immer noch zu einer vom Aussterben bedrohten Art“.

Männliche Dominanz durchbrechen

Obwohl Frauen über die Hälfte der deutschen Bevölkerung bilden, sollen laut einer Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus 2017 bei den 100 größten deutschen Banken nur knapp neun Prozent in den Vorständen der Geschäftsführungen Frauen gewesen sein. In der Fondsbranche spricht man sogar von sechs Prozent. „Wir sind davon überzeugt, dass die kommenden Generationen ein wesentlich fortschrittlicheres Verständnis zum Thema Gleichberechtigung haben werden und Frauen sich mehr und mehr in den jetzigen, eher männlich dominierten Bereichen, durchsetzen werden“, hofft Materla abschließend.

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